Schnipsel Juli 20, 2008
Das Leben war für die Toten. Die Beerdigung ist für die Lebenden.
Dieses tolle Plakat hängt unter anderem auch im Wissenschaftlich Theologischen Seminar in Heidelberg. Wie billig bitte ist das denn? Ich schwanke zwischen “mir fehlen die Worte” und zu vielen Worten.
… aber andererseits, wer immer ordentlich seine Vorlesungen verpennt, wird wohl auch nicht mehr wollen, als Kaffee und Schnitzel. Und das obwohl Kaffee gar nicht so unpolitisch ist - Fair Trade wäre ein Stichwort. Aber 1Euro kennt man ja schon von der Disco.
Für die nächsten Wahlen schlage ich dann noch eine Pendlerpauschale und einen Wet T-Shirt Contest mit Freibier vor.
E
s war wieder einer dieser Abende, die im Kopf noch länger dauern. Lange wach liegen und nicht aufhören können, zu denken. Auslöser war, der bereits erwähnte Heimaturlaub mit Omas Geburtstag. Der alte Nihilist war wieder da und sagte: “Tod, Tod, nichts als Tod. Alles Glück ist einmal vorbei und später vergessen. Nichts bleibt dem Menschen als das Jetzt. Die Alten gehen und dann ist man selber alt und geht.”
Warum ist das so? Warum ist das Leben nur so unbedeutend und kurz? So schmerzlich schnell vorbei? Heute schon ist das Glück verganger Tage nur noch hinter dichten Wolken zu sehen. Es bleibt nichts, als alle Liebe und Barmherzigkeit den Kleinen, der neuen Generation, zu schenken; sich still mit zu freuen und ihnen heimlich das Beste zu wünschen.
Warum? Die alte Frage wird jeh unterbrochen. Wie war das denn eigentlich gedacht? Ich muss an Genesis 1 und 2 denken. Wie schön war das Leben? Die Menschen haben sich verstanden. Konnten arbeiten, kannten keinen Tod und keine Krankheit, kein Leid UND lebten einfach so mit Gott. Ja, so war das gedacht.
Und das beste daran? Es war das ganz normale Leben =) Abends ne Runde mit Gott durch den Garten spazieren. Wie viel Ärger gab und gibt es in der Christenheit über richtige Spiritualität. Weder musste Eva Orgel spielen noch Adam sich zu Exerzitien zurück ziehen (Nichts von dem will ich schlecht machen!). Sie waren einfach da und hatten die Möglichkeit mit Gott durch den Garten zu laufen und sich mit ihm zu unterhalten. Mein Traum =)
Und wie kommt es zusammen? Mir wurde die Bedeutung von Sünde an sich bewusst. Wie viel ist tatsächlich zu Bruch gegangen. Alles im Arsch! Tod und Verderben! Streit, Hader, Krieg. Ärger, Angriff, Blutvergießen.
Und in alldem ist irgendwo noch Gott, der diese Erde eben nicht aufgeben hat. Der mir solche Fragen schenkt, damit ich letzlich doch auf ihn stoße. Warum sollte Gott, der das Paradies gemacht hat, den Himmel nicht viel besser machen? =)
Was kann der Seele Ruhe und dem Herz Frieden geben, wenn nicht Jesus, der Herr? Was lässt mich weiter fröhlich sein und hoffen auf das Morgen, egal wie es aussieht, wenn nicht der lebendige Gott?
Es wird Frieden geben, es wird Gerechtigkeit geben, es wird Leben geben.
Alles geht in Arsch, Jesus bleibt =)
(Bild von: http://www.sxc.hu, Fotograf: jlburgess)
Am Wochenende hat meine Oma ihren 80sten Geburtstag gefeiert. Ich war dabei =)
Eine Sache die mir auffiel, waren ihre alten Freunde. Da saßen am Tisch einige mit leuchtend weißen Haaren oder mit eben etwas wenigeren. Und da dachte ich so “Die haben jeden Menge erreicht”. Wenn man mal überlegt. Die haben es nach dem Krieg geschafft das Leben in geordnete Bahnen zu bekommen. Haben gearbeitet und Familien gegründet. Bis heute haben sie ein funktionierendes Beziehungsgeflecht gepflegt. Viele von diesen Alten haben ein harten Schicksal hinter sich. Dennoch nölen sich nicht den ganzen Tag, wie man Senioren oft nach sagt.
In unserer Zeit wird nicht selten Negatives mit Altsein oder Alten verbunden. Ihr Lebensstil sei spießig, eng, langweilig und entbehrungsreich. Heute geht es um Karriere, Spaß, das eigene Glück, die Abgrenzung, den Moment, das Selbst.
Aber all das hatten die Alten auch. Eben nur nicht auf ihre Fahnen geschrieben, sonder “nebenbei”. Sie waren treu in ihren Familien. Haben gute Ausbidlungen hinter sich und hart gearbeitet. Haben immer wieder Zeit für manches Fest gehabt und ein Leben in Verantwortung für andere gelebt; innerhalb von gesellschaftlichen Gruppen.
Das soll ihnen erst mal wer nachmachen.
Hab gestern nem Dozenten geholfen, sein DSL einzurichten. Es war ne T-Online Sache. Als Fastnerd mit Erfahrung und Anleitung eigentlich kein Problem. Auf jeden Fall hat’s nicht geklappt. Also den Support zum ersten mal angerufen. Netter Mann am Telefon. Er rät mir ein Häcken aus der Konfiguration zu nehmen. Dieses Häcken war eigentlich “empfohlen”. Egal. Ich nehm’ es raus und *tada* LAN geht schon mal. Weiter geht’s mit WLAN. Das neue Netzwerk wird angezeigt, kann aber nicht benutzt werden. Also wieder den Support angerufen. Eine genervte Mitarbeiterin geht ran. Sie hört kaum zu. Schiebt es auf Vista. Rät zum Treiberupdate der Netzwerkarte. Wir legen auf. Ich starte das Update. Denke dann aber nach… Alle anderen Netze waren doch zugänglich. Wäre es ein Treiberproblem, dürfte keines laufen.
Also zum dritten Mal den Support angerufen. Ein netter Mitarbeiter mit ostdeutschem Dialekt ist an der Strippe. Ich stelle gleich meine Sprache auf “Heimat” um. Er hört zu. Gibt verschiedene Tipps. Lässt sich Zeit. Alles läuft. Er wünscht noch nen schönen Abend und ein schönens Fussballspiel (Deutschland vs. Portugal aka 3:2).
Fazit: 2 von 3 Supportleuten bekommen ne 1 oder 1+ mit Sternchen. Aber eine Garantie ist das leider nicht. Ein Drittel steht wohl für den Holzweg. Außerdem musste man Teile der mitgelieferten Software wieder deinstallieren, damit es überhaupt funktioniert. Darauf kann der Kunde eigentlich nicht kommen! Da muss die T-Online noch gewaltig nachbessern.
Vor geraumer Zeit hat sich mein Feund Angie ne gebrauchte BMW rausgelassen. Hat mich gleich gefreut - hab ja nen Motorradschein. Die letzten Tage haben wir öfter mal drüber gesprochen und da ich manches auf 2 Rädern erlebt habe, konnte ich gut mitreden.
Jetzt feiert ein super Freund in Thüringen Geburtstag. Ich denk so… “Angie nach Motorrad fragen und ab damit ins Grüne Herz Deutschlands.” Also frage ich Angie und der sagt “Joar, klar, komms de vorbei und nimms de se mit”. Ich also zu ihm. Kurze Einführung und…. BÄM die Realität kollidiert mit meinen kleinen Wunschträumen. Ich habe 8 Jahre nicht mehr auf einem Motorrad gesessen und hab auch vorher nur das Fahrschulteil bedient. Sonst nur Moped (also Simson S51!!!! kein Rollerscheiß oder so).
Was soll ich schreiben? Wackellig und zitterig wie am ersten Tag. Füße unten. Mal zu viel Gas, mal zu wenig. Adrenalin und das Gefühl, ein Boon zu sein. Scheiße, hab ich abgebaut… das war doch mal so leicht.
Also fahr ich erst mal durch Eppingen City und ab zur Tanke. Nächste Hürde. Seitenständer hält nur, wenn man ihn ganz vorschiebt. Eine fiese Feder zieht mächtig dagegen. Man muss sein Gewicht blöd verlagern und dann die Kiste ca. 5 cm nach links fallen lassen. Dieser kurze Weg fühlt sich endlos an und ich hatte das Gefühl, die 200 Kilo fallen JETZT um. Also mach ich hin und her. Werde nervös und ängstlich. “Die Kiste muss doch stehen. Jetzt bloß nich an der Tanke hinfallen… muss man sich auch noch helfen lassen und so.. “. Stunden später: Ich tanke. Mein Blick trifft so nen Typen um die 50. Sein Gesicht spiegelt mir die Peinlichkeit meiner Aktion wieder. JA, der hat’s gesehen und geblickt. Endlich wieder weiter. Das Feeling kommt langsam zurück. Die ersten Kilometer über Land. Ein paar nette Kurven. Das erste Lächeln unter dem Helm. Kleine Slalomeinlagen und etwas am Gas drehen. Wieder nach Eppingen und zu Doro und Angie. Fahre dann morgen doch mit dem Auto. Habe festgestellt, dass es ne Illusion ist, Jahre lang nich zu fahren und dann gleich ein echtes Motorrad für 300 Km Autobahn und kurvige Waldstrecke leihen zu wollen.
Hab auch wieder gemerkt, was ich für coole Freunde hab xD
Und ja, ich werde mal wieder fahren. Langsam dran gewöhnen, denn Spaß hat es gemacht.
Was sonst noch geiles passiert ist, überlasse ich Angie! (Anmerkung für Angie: SCHREIB ^^)
(Bild von www.sxc.hu, Fotograf: allexxx13)
In der letzten dran war ein Artikel über Ehelosigkeit; geschrieben von einem Ehemann.
Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu ertragen, wenn er dabei keinen Platz in ihr findet?
Auf einer Metaebene zu denken, heißt, nicht hier zu sein.
Heute wurde in einem Zug der Bundesbahn lauthals die Fussballniederlage Deutschlands gefeiert. Vielleicht sollte es daher auch eine Frage beim Einbürgerungstest geben: Deutschland verliert ein Länderspiel. Wie reagieren Sie darauf?
Es fällt mir schwer, es genau zu definieren. Leider bin ich zum Teil ein Teil davon. Denn in manchen Teilen der christlichen Blogosphäre ist es hip, über die böse enge Gemeindeherkunft zu schreiben und die schöne neue Welt. Schlechter christlicher Slang, schlechte christliche Musik, Boons und Berufsblinde, wohin man sieht.
Aber was bitte bringt meine Generation auf die Beine - außer Gedanken? Sind wir nicht eher die jungen Milden, die sich ewig selber suchen und aus ihrer Selbstmitdingensda nich raus wollen?
Alle wolln’s besser wissen. Viele wollen ein Organ. Es geht um Träume in die Weltverbesserung und sowiesoirgendwieallesweilallessozusammgenhängtundsoderbekompliziertist…
was is eigentlich mit Jesus? Wer hat Bock, sein ganzes Leben tatsächlich existenziell auf Gedeih UND Verderb an den Zimmermann aus Nazareth zu binden?
Es soll noch eine Randgruppe geben, die weiss, was transitive Verben sind. Zitat S. Meisters, Sprachdozent.
Hey wenn heut schönes Wetter isch, gehn wir Busbahnhof! Zitat jugendlicher Bahnfahrer.
Gerade fährt ein Polizeiwagen vor mir zum Handelshof. An der Kasse seh ich dann an der Info nen kleinen Jungen heulen. Beim Klauen erwischt. Neben ihm die Exekutive. Dann kommt die Mutter.
Es gibt echt Situationen im Leben, da will man nicht von seiner Mutter gemaßregelt werden. Seien wir mal ehrlich… die Mutter war auf der Stelle total traurig, das IHR Sohn, SOWAS macht, sie war sofort entäuscht von ihm. Wie konnte sie ihm nur vertrauen? Das wird sie nie wieder. Und das reibt sie ihm gleich unter die Nase und wird es ihr Leben nicht vergessen…
Väter sind da einfach viel viel cooler. Obwohl man weiß, dass die Strafe an sich härter ausfällt/ausfallen kann, weiß man eben so genau: danach is wieder gut. Frauen nehmen soooo viel persönlich und gefühlsmäßig und können es nicht gut sein lassen.
Von Mama beim Rauchen erwischt = sofort vor den Freunden bloßsgestellt und losgeschimpft. Auf dem ganzen Nachhauseweg nicht wirklich aufhören. Zuhause alles Papa erzählen. Den ganzen Tag Theater machen. Mindestens bis zur Volljährigkeit immer wieder darauf anspielen etc..
Von Papa beim Rauchen erwischt = kurzer Blick und ein “Wir sehen uns Zuhause”. Nach Haus kommen, kurz Angst. Strafe kriegen (kann leider bei vielen zu arg sein). Gut is!
Väter rocken! Könnte auch daran liegen, dass Väter Männer sind - die coolsten Menschen auf der Welt ^^*/
(Bild von: www.sxc.hu, Fotograf perthmetro)